AWARDS:
And the winner
is...

... muehlhausmoers!

Das haben wir in den letzten Jahren mehr als einmal gehört. Rund 60 Awards konnten wir allein 2016 gemeinsam mit unseren Kunden gewinnen – nationale und internationale, in Gold und Silber, Sonderpreise und Excellence Awards. Klar, dass uns so viel Anerkennung freut. Und dass wir auch in diesem Jahr wieder unser Bestes geben werden, um Jurys in aller Welt mit unseren Arbeiten zu überzeugen. Dennoch ist da ein kleines „aber“.

Inflation an der Preisfront

Wie hoch ist die Zahl der Awards für kreativen Content, die jedes Jahr vergeben werden? Wir kennen 50 Wettbewerbe, die national und international in den Bereichen Content-Marketing, Corporate-Publishing, PR und Werbung stattfinden, nehmen aber an den meisten nicht teil. Viele Wettbewerbe haben bis zu 30 Kategorien. Hauptkategorien wie Kampagne, Print, Online, aber auch immer feingliedrigere Unter-, Neben- und Spezial-Kategorien: Social-Media, Crossmedia, Green Publishing, Foto, Cover-Design, Best Annual etc.. 50 Wettbewerbe mal 30 Kategorien ergibt 1.500 Awards. Die Zahl der Auszeichnungen ist aber noch höher, denn wo Gold glänzt, schimmern meist auch Silber und Bronze. Die Zahl der Platin- und Sonderpreise lassen wir ganz außen vor, sonst wird die Rechnung zu kompliziert. 

Geld schießt Tore – und verzerrt den Wettbewerb

Die Vielzahl der konkurrierenden Preise bedroht ihre Bedeutung. Andere Agenturen haben dieses Medaillengewitter mit Metaphern des Krieges und der Champion-League beklagt. Beendet die Materialschlachten! Schluss mit „Geld schießt Tore“! Ihre Konsequenz: keine Teilnahme an Wettbewerben mehr. Aber der Rückzug war nur von kurzer Dauer. Der Grund liegt auf der Hand: Awards sind wichtig für die Reputation. Die Zahl der gewonnenen Preise bestimmt, wer im Ranking der kreativsten Agenturen vorn liegt. Und eine gute Position im Ranking hilft, Kunden von sich zu überzeugen. Wie viel Aussagekraft diese Listen tatsächlich haben, ist allerdings fraglich. Eine große Agentur, die ihre Arbeiten in vielen Wettbewerbskategorien platziert und dafür entsprechend hohe Teilnahmegebühren zahlt, vergrößert ihre Gewinnchancen erheblich. Kleinere Agenturen, die auch hervorragende Projekte realisieren, aber nicht soviel einreichen, landen im Mittelfeld. muehlhausmoers ist auch kein Agenturriese. Wie machen wir das? Wir legen bei allen Jobs die Messlatte sehr hoch und versuchen gemeinsam mit unseren Kunden drüber zu springen. Das klappt oft. Wenn nicht, trainieren wir hart und versuchen es weiter, bis der gemeinsame Erfolg kommt. Wir geben nie auf. Besser machen geht immer.

Nicht nur Beauties gehören auf's Treppchen

Es gibt aber noch ein weiteres Problem: Erfolg bei Awards bedeutet nicht unbedingt erfolgreiche Kommunikation. Viele Jurys begeistern sich für hyperkreative, meist aufwendig produzierte Projekte, vernachlässigen aber den Blick auf Kosten, Effizienz und Wirkung. Wir haben einige Projekte für unsere Kunden entwickelt, bei denen relevante Themen und harte Fakten, Zielgruppennähe und konkreter Nutzwert wesentlich wichtiger sind als aufwendige Gestaltung und Produktion. Damit erreichen sie sehr effizient und dabei kostengünstig ihre Kommunikationsziele. Diese Form der Effizienz sollte in den Bewertungskategorien eine größere Rolle spielen, finden wir. Denn nur, wenn Rankings auch die Qualität in der Zusammenarbeit, Budget, Effizienz und Wirkung besser spiegeln, können sie eine echte Orientierungshilfe für Unternehmen im Agenturdschungel sein.


Dagmar Puh

Dagmar Puh

ist Senior Editor bei muehlhausmoers in Köln. Sie findet, dass das Leben die besten Geschichten schreibt. Die Kunst ist, sie zu finden.